Mittwoch, 7. Juli 2010

Unser Blog bekommt Unterstützung!

In Form einer Gastrezensentin - sagt man das so?
Array hat angeboten, uns bei unseren (sträflich vernachlässigten) Buchvorstellungen zu unterstützen. Danke!
Sie wird uns ab sofort ihre Rezensionen zur Verfügung stellen, die wir dann hier posten. Und wir fangen sofort damit an!
Ich halte jetzt meine Klappe und erteile Array das Wort:




Die Prophezeiung der Schwestern
von Michelle Zink

Alice senkt ihre Stimme zu einem Flüstern. "Warum kämpfst du gegen den Willen der Prophezeiung an, Lia? Das Ende ist vorbestimmt, also was macht es schon aus?"
Was macht es schon aus? Die Worte hallen auf den grauen, öden Feldern wider.
"Nein." Ich kann das Wort selbst kaum vernehmen, so leise spreche ich es aus. Alice beugt sich näher, so nah, dass ich ihren warmen Atem auf meinem Gesicht spüren kann. "Es gibt Schlimmeres als den Tod, Lia. Ich dachte, das wüsstest du."


Eine jahrhundertealte Prophezeiung. Zwei Schwestern, die in einen Strudel unerklärlicher Ereignisse gerissen werden. Nur gemeinsam können sie ihre Aufgabe erfüllen. Doch die eine will dem Locken des Dämons nachkommen und wird zur tödlichen Gegenspielerin der anderen.


THOMAS EDWARD MILTHORPE, GELIEBTER VATER, 23. JUNI 1846 - 1. NOVEMBER 1890 steht auf dem Grabstein von Lias Vater. Wie ihre Mutter kam auch er auf unerklärliche Weise ums Leben. Doch während die Mutter sich von den Klippen am See stürzte, wurde Mr Milthorpe mit vor Angst geweiteten Augen in den Gemächern seiner Frau aufgefunden. Zurück lässt er seine beiden Zwillingstöchter Lia (eigentlich Amalia) und Alice, seinen zehnjährigen, querschnittsgelähmten Sohn Henry und seine Schwester Virginia Spencer, auf deren Schultern nun die gesamte Last der Familie ruht…
Merkwürdige Dinge ereignen sich in den wenigen folgenden Tagen: Auf Lias Handgelenk erscheint ein uraltes Zeichen, dessen Namen sie zwar kennt, aber dessen Bedeutung sie nicht erahnen kann. Aus einem Grund, den sie nicht zu benennen weiß, verbirgt sie das Mal vor ihrer Schwester, die ihr von Augenblick zu Augenblick immer fremder wird und ebenfalls ein düsteres Geheimnis zu hüten scheint.
Das alles ergibt keinen Sinn für Lia – bis sie unter den Büchern ihres Vaters das Librum Maleficii et Disordinae(lat., etwa: Buch des Bösen und des Chaos) findet. So erfährt sie, dass der Grund für diese Geschehnisse eine Jahrtausende alte Prophezeiung ist, die von Engeln handelt, die sich einst Menschenfrauen zu Geliebten nahmen. Darunter waren zwei Schwester, „die eine der Wächter, die andre das Tor“…

~*~

Die Prophezeiung der Schwestern erschien erstmals auf Englisch unter dem Titel The Prophecy of the Sisters. Der Roman ordnet sich mit seinem Gothic NovelStil in den Dark Fantasy Genre , und speilt in der Epoche des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten. Dort herrschen strengen Konventionen, denen sich Lia und ihre Schwester unterwerfen müssen.

Als ich den Cover sah, dachte ich mir: „Himmel, was soll denn das darstellen? Wieder so eine Feengeschichte, oder schlimmer noch: eine Vampir-Liebesgeschichte?“
Tatsächlich aber haben mich schon die ersten paar Seiten so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich das Buch gar nicht mehr weglegen konnte. Die Autorin kombiniert hier altheidnischen und keltischen Glauben mit einem Umfeld, das weder das eine noch das andere zulässt. Während sich die Ereignisse häufen, gewinnt man immer mehr den Glauben, Lia wäre die falsche Rolle zugefallen – aber ist es wirklich so?
Die Geschichte verspricht eine gute Fortsetzung durch Guardian of the Gate– kürzlich wurde der deutsche Titel Liebe und Verratveröffentlicht – und einen weiteren dritten Band, der die Trilogie komplett machen wird.

Ich empfehle dieses Buch allen denen, die vom Fantasy-Genre genauso fasziniert sind wie ich; aber auch denen, die an ein bisschen nordamerikanischer und europäischer Geschichte oder Volksglauben interessiert sind – und natürlich allen Rubinrot-Lesern, da es sich hier auch um eine alte Prophezeiung handelt in der zwar nicht durch die Zeit, aber durch die Welten gesprungen wird!

Liebe Grüße,
Array.



Kommentare:

Mona hat gesagt…

Im August erscheint der 2. Band, zeitgleich mit dem Englischen.

Man muss anmerken, dass die Geschichte im ersten Band nicht wirklich in Gang kommt. Lia hetzt von einem Informanten zum Nächsten und ihr kommt alles viel zu einfach zugeflogen, ohne dass sie viel dazu tun muss. Es plätschert einfach nur vor sich hin, ohne große Spannung. Es kommt mir so vor, als ob man hier wieder mal die Seiten "gefüllt hat", um mehrere Teile zu veröffentlichen. Wenig Seiten/große Schrift.

Trotzdem werde ich den zweiten Teil lesen (schon vorbestellt), evtl. kommt die Story dann mal in Fahrt. Ich würde es mir wünschen.

arrayseara hat gesagt…

@Mona: Ich glaube, dass es hauptsächlich Geschmackssache ist, ob eine Abenteuergeschichte möchte, oder sich für die Éntschlüsselung uralter Mythen interessiert... Als ich das erste Mal von dem Jörmungard-Mal gelesen habe, müsste ich das sofort googlen und hab mich darüber belesen - um herauszufinden, dass es sich um ein ähnliches Zeiche wie den Ouroboros handelt... Auf jeden Fall hat mich das sehr interessiert, weshalb ich mal beiseite gelassen habe, dass die Geschichte sich etwas zu schnell entwickelt - bis auf das Faktum, dass Lia und Alice ihre Rollen nicht gleich finden...
Jedenfalls, wie gesagt, Geschmackssache und degustibus non disputandum (lat.: über Geschmäcke lässt sich streiten)
Lg, Array :)

Mona hat gesagt…

@Array:
Versteh mich nicht falsch, ich finde die Idee um diese Geschichte sehr gut. Jedoch nicht ausgereift genug. Lia musste nicht wirklich etwas tun um an Infos zu kommen. Sie wurde nur immer von A nach B geschickt, fand ich sehr schade. Ich möchte kein Buch voll mit Abenteuer, aber ein bisschen Spannung wünscht man sich dann da schon. Aber ich find das Buch trotzdem gut.