Sonntag, 23. Mai 2010

Neues altes Interview


Dieses Interview ist im April 2008 entstanden. Und zwar wurde es mit den Lesern von Kossis Welt zusammengestellt. Hier ein paar Auszüge:

 
[...]

1996 veröffentlichtest du deinen ersten Roman. Wie bist du damals auf die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben?
Ich hatte viel Zeit. Ich war Sekretärin bei einer Zeitarbeitsfirma und saß in einem Büro, indem es absolut nichts zu tun gab. Nachdem ich alle Bleistifte gespitzt, die Briefumschläge nach Größen sortiert und die Schränke feucht ausgewaschen hatte, fing ich an zu schreiben. Der PC wäre sonst eingeschlafen. Zuerst schrieb ich meiner Freundin Barbara Briefe über mein Liebesleben, allerdings war das ein wenig langweilig, weswegen ich das ein oder andere dazu erfand – und so wurde es schließlich ganz und gar erfunden und deshalb ein Roman.

 

Wie viel „Kerstin Gier“ steckt in deinen Büchern? Beschreibst du teilweise selber erlebte Situationen?  
Ja, ich glaube, ein bisschen vom Autor steckt in jedem Buch. Im echten Leben kann ich eine peinliche Situation kaum genießen, aber wenn ich eine ähnliche später ins Buch einbaue, dann macht es mir richtig Spaß, das alles noch einmal durchzumachen. 


 Wie würdest du dich selber beschreiben? Was bist du für ein Mensch? Welche drei Charaktereigenschaften sind typisch für dich?  
prämenstruell, verfressen, dick  
ungeduldig, kreativ, freundlich (außer siehe oben) 

Aufjedenfall freundlich!!!

Lieset du selber auch gerne Bücher? Wenn ja, welches Genre bevorzugst du und gibt es Lieblingsautoren?
Hach, ja. Ich lese furchtbar gern und furchtbar viel. Und fast alles, außer Sience Fiction. Ich liebe den schwarzen Humor von Arto Paasilinna, lache und weine bei den Büchern von Nick Hornby, kichere endlos über die witzigen Geschichten von Sophie Kinsella, schwelge in den wunderbaren historischen Romanen von Charlotte Thomas und habe jede Menge Bücher, die ich schon mehr als zehnmal gelesen habe. 


Welchen Hobbys gehst du regelmäßig nach?  
Im Garten arbeiten. Klavier spielen. Rotwein trinken.

Welchen Traum möchtenst du dir in deinem Leben gerne erfüllen?
 
Mit (wilden, freien) Delphinen schwimmen 
 
Noch in diesem Jahr erscheint dein neuer Roman „Gegensätze ziehen sich aus“. Schreibst du bereits an einem weiteren Buch? Wenn ja, verrätst du uns, um was es diesmal gehen wird?  
Ich schreibe gerade am ersten Band einer Jugendbuch-Trilogie. Darin geht es um ein Mädchen, das in der Zeit reisen kann und sich in einen wunderbaren Jungen verliebt. Ich bin aber erst ganz am Anfang, da hat sie sich gerade Kartoffelbrei mit Soße über die Schuluniform gekippt.

Wie lange schreibst du im Durchschnitt an einem Buch und zu welcher Tageszeit hast du die besten Ideen? Gibt es einen bestimmten Platz, an welchem du am liebsten schreibst?
Ich bin morgens am besten. Aber wenn es sein muss, schreibe ich auch nachts. Und immer nur an meinem Schreibtisch, direkt in den PC. An einem Roman schreibe ich im Durchschnitt ein Jahr. Allerdings ist die reine Schreibzeit deutlich kürzer, vielleicht vier Monate. Der Rest der Zeit geht für die Ideensammlung, das Plotten und das Recherchieren drauf. 



Interessant!!!
 
Schreibst du noch andere Dinge als Bücher? Gibt es Kolumnen, die du schreibst oder veröffentlichst du weitere Texte in Zeitschriften und dergleichen?
Nein, ich bin nicht mehr als Eigentlich nicht. Aber ab und zu, wenn ich gefragt werde, schreibe ich eine Kolumne (zuletzt in Starke Eltern-starke Kinder) oder eine Kurzgeschichte. 


Wie können wir uns einen typischen Kerstin-Gier-Tag vorstellen?  
Einen optimalen Tag? Wenn mein Mann zur Arbeit ist und mein Sohn unterwegs in die Schule erledige ich die Hausarbeit im Schlafanzug, anschließend gehe ich aufs Laufband, mache Yoga, schließlich unter die Dusche. Und dann schreibe ich am PC, bis ich Mittagessen kochen muss für Sohn. Nachmittags Gartenarbeit, Cappuccino mit einer Freundin, abends Kino mit dem Mann, danach Rotwein auf der Terrasse.  
Ja, und jetzt der typische Tag. Kind findet einen Zettel im Schulranzen, auf dem steht, dass heute Elternsprechtag ist. Oder schulfrei. Oder Fahrradprüfung. Katze erbricht sich in meinen Schuh. Auf dem Laufband liegen vierzehn Kilo Bügelwäsche. Der Postbote klingelt, und ich habe immer noch meinen Schlafanzug an. Nix zu Essen im Haus. Mann hat Mülltonne rausgestellt, aber dummerweise hinter mein Auto. Im Supermarkt gucken mich alle komisch an. Am frühen Abend schreibe ich ein Kapitel über eine Frau, die ihre eigene Mülltonne umgefahren hat und einen Lockenwickler im Haar vergessen hat. 


Was sind deine Lieblingstiere und wie heißen deine eigenen Haustiere?  
Ich mag Katzen. Auch so große, besonders Luchse, vielleicht weil die manchmal auch schielen, genau wie ich. Wölfe finde ich auch toll. Und Delphine. Und Frettchen.  
Ich hätte gern eine Schildkröte, Laufenten, einen Esel, einen zahmen Raben, ein Frettchen, einen Leoparden und ein Kapuzineräffchen, habe aber vernünftigerweise nur eine schwarze Katze. Die heißt Dickekatze, was auch gut zu ihr passt, finde ich. Außerdem hatten wir bis vorgestern noch Fische im Teich, außerdem Molche und Kröten, aber dann landete ein Silberreiher bei uns im Garten und futterte sie alle weg. Reiher finde ich nicht so toll. 


Wenn du die berühmten drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir dann wünschen?
Gesundheit für meine Lieben und mich. Außerdem würde ich gern fliegen können. Und elf Fremdsprachen fließend sprechen. Wenigstens zwei.


[...]



Danke Kossi!

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