Donnerstag, 4. Februar 2010

Tolles Interview mit Kerstin Gier!

Achtung: Im Interview sind auch Spoiler-Fragen über "Rubinrot" enthalten!
In Rubinrot geht es um Zeitreisen. War es kompliziert dieses Phänomen in allen Details für die Reihe auszutüfteln?
Ich finde es immer noch hoch kompliziert. Manchmal habe ich das Gefühl, meine Ohren fangen an zu rauchen, wenn ich über einzelne Möglichkeiten nachdenke. Im Grunde sind Zeitreisen ein Paradoxon, und so logisch ich auch die ganze Geschichte aufbauen möchte, ein paar kleine Haken bleiben immer übrig?

Wie war es für Sie, sich in Gwens Rolle hineinzuversetzen? Fällt es Ihnen leicht, aus der Sicht eines Teenagers zu schreiben?
Ja, seltsamerweise scheine ich ein Teenager zu sein, der nur aus Versehen im Körper einer mopsigen Dreiundvierzigjährigen steckt ^_^; Bedenklich ist nur, dass ich auch ein kleines bisschen in den männlichen Protagonisten verknallt bin?

Wie würden Sie einen Mann wie Gideon in drei Worten beschreiben? Verschlossen, abenteuerlustig, gefühlvoll?

Verkörpert Gideon für Sie ein bestimmtes Bild von Männern?
Nö. Er ist eigentlich ein ganz eigenes Exemplar Mann.

Gideon behandelt Gwen ziemlich oft von oben herab. Ist er nicht manchmal zu fies zu ihr?
Doch, absolut fies. Aber das kann sich ja noch ändern?

Sollte Gwen in Bezug auf Gideon misstrauischer werden?
Na ja, sie sollte sich schon fragen, ob er nicht vielleicht etwas im Schilde führt?

Was findet Gideon so toll an Charlotte, Gwens unsympathischer Cousine?
Na ja, Charlotte ist sehr hübsch und klug und vielleicht hat sie Gideon ja auch ihre netten Seiten offenbart, Seiten, von denen Gwendolyn bisher nichts mitbekommen hat. Aber ich glaube, so richtig toll findet er sie gar nicht ^_-

Lucy und Paul können mit dem zweiten Chronographen immer weiter in die Vergangenheit reisen. Müssen die beiden sich nicht ihre nächsten Schritte sehr genau überlegen, weil es sonst zu gefährlich für sie werden könnte?
Lucy und Paul haben den Chronographen in einer anderen Zeit "verankert". 1912 ist nun ihre neue Basiszeit, von der aus sie weiter in die Vergangenheit springen können.

Welcher Charakter aus »Rubinrot« ist Ihnen beim Schreiben besonders ans Herz gewachsen?
Ich liebe sie ja alle sehr? aber ich glaube, einer meiner Lieblingsfiguren ist der Geist James, den wir auch noch in seiner Lebenszeit antreffen werden. James ist so herrlich snobistisch, aber trotzdem ein lieber Kerl.

Wie lange spukte die Geschichte von Gwen Ihnen schon im Kopf herum, bis Sie sie niederschrieben?
Lange hatte die Geschichte keine Zeit zum Spuken, zwischen der Planung und dem Schreiben lagen nur ein paar Monate.

Wie in vielen Ihrer Romane muss auch Gwen sich gegen einige leicht chauvinistische Einstellungen behaupten. Warum ist dies in Ihren Büchern immer mal wieder ein Thema? Mädchen sollten wissen, dass sie Jungs in keiner Hinsicht unterlegen sind, das ist vor allem wichtig, wenn sie sich später im Job behaupten wollen. Dass man sich vollkommen gleichberechtigt fühlen und trotzdem romantische Vorstellungen leben kann, finde ich, ist kein Widerspruch.

»Rubinrot« ist der erste Band einer Trilogie. Bald erscheint der zweite Band »Saphirblau« und danach »Smaragdgrün«. Können Sie uns schon etwas über den weiteren Verlauf der Geschichte verraten?
Auf jeden Fall wird es deutlich romantischer werden. Und es gibt einen ziemlich frechen Wasserspeier-Geist namens Xemerius, der Gwendolyn allerdings manchmal auch nützlich sein kann. In Saphirblau tanzen Gideon und Gwendolyn ein Menuett ? auf einem Ball im 18. Jahrhundert. Außerdem streiten sie sich ziemlich viel.
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